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Gepostet von am Apr 23, 2013 in Blog, Technik | 4 Kommentare

Mein Weg zum LEE-Filtersystem

In diesem Beitrag möchte ich über meine Erfahrungen berichten, die ich seit 6 Monaten mit dem LEE-Filtersystem gemacht habe.
Ich werde dabei die Fragen klären, warum ich die LEE-Filter gewählt habe und welche Vorteile ein Steckfiltersystem gegenüber Schraubfiltern hat.

Anfang letzten Jahres habe ich angefangen mich mit Verlaufsfiltern zu beschäftigen, da ich etwas suchte, um den teilweise hohen Helligkeitsunterschied zwischen Himmel und Landschaft auszugleichen.
Zu meiner Kompaktkamerazeit hatte ich schon mal ein wenig mit Filtern experimentiert. Damals hatte ich mir für meine Canon PowerShot einen Polfilter und einen Graufilter als 58mm-Schraubfilter gekauft.
Deshalb habe ich mich, mangels Kenntnis, bei meiner Recherche erst einmal auf Schraubfilter beschränkt. Diese Filter gibt es von vielen Herstellern, wie z.B. von B+W oder Tiffen.

Vorteile und Nachteile von Schraubfiltern

Ein Vorteil von Schraubfiltern ist die geringere Größe. Im Vergleich zu Steckfiltern brauchen sie doch erheblich weniger Platz in der Fototasche. Zudem sind Schraubfilter meistens auch robuster, da sie ja von einem Metallring eingefasst sind.
Ein Problem von Schraubfiltern ist das lästige an- bzw. abschrauben. Dies ist besonders bei starken Graufiltern problematisch, da man durch den Filter nicht den Bildausschnitt und den Fokus wählen kann. Deshalb bleibt einem nichts anderes übrig, als ohne Filter zu fokussieren, dann den Filter anzubringen, Bild machen, Filter abschrauben, neuen Bildausschnitt wählen und fokussieren, Filter anschrauben, usw.
Ihr seht schon, das Ganze ist zeitaufwendig und nervig. Aber glücklicherweise gibt es dafür eine Lösung. Zum Beispiel die magnetischen Filteradapter von XUME (http://www.xumeadapters.com). Damit wird der Filterwechsel zum Kinderspiel.

Ein weiteres Problem bei Schraubfiltern kann man aber nicht so leicht beheben. Dies Problem beschränkt sich zwar auf Schraubfiltern mit Verläufen, doch um die geht es mir ja. Technisch bedingt kann man nämlich bei dieser Art Filter die Position des Verlaufs nicht ändern, das heißt er ist immer in der Mitte. Hierdurch wird die freie Bildkomposition stark eingeschränkt, denn man wird dazu gezwungen den Horizont in der Bildmitte zu wählen. Aus diesem Grund habe ich mich auch gegen Schraubfilter entschieden.

Steckfiltersysteme

Wenn es jetzt keine Schraubfilter werden sollen, was gibt es denn sonst noch so am Markt? Das hab ich mich auch gefragt und angefangen zu lesen. Es hat auch nicht lange gedauert – vielleicht 5 Minuten 😉 – da wusste ich die Antwort: Steckfilter
Da das Budget auch nicht unendlich ist, habe ich mir zuerst mal das Cokin-System angeschaut.
Bei diesem gefiel mir jedoch der Filterhalter überhaupt nicht. Auch liest man immer wieder von einem Magentastich bei den Cokin-Graufilter.

Durch meine Recherche bin ich irgendwann auf den Artikel von Michael Breitung bei kwerfeldein gekommen (http://kwerfeldein.de/2011/12/23/warum-benutze-ich-verlaufsfilter/).
Das war eigentlich der ausschlaggebende Punkt, warum ich mir LEE-Filter angeschaut habe.
Nach dem Studieren von vielen vielen Testberichten stand fest, dass es eben solche Filter werden sollten. Eine kleine Unschönheit hatte die ganze Sache aber noch: Der Preis
Bei solchen Filtersystemen braucht man zusätzlich zu dem eigentlichen Filter ja auch noch den Halter und diverse Adapter für verschiedene Objektivdurchmesser. Das alles zusammen summiert sich dann zu einer stolzen Summe. Aber es ist auch so, dass man sich Filter normalerweise nur einmal kauft. Und außerdem sind Schraubfilter in solchen Größen auch nicht unbedingt günstiger, jedenfalls nicht, wenn man ein Markenprodukt kauft.

Sehr interessant ist auch folgendes Video, das die Produktion bei LEE zeigt. Echte Handarbeit made in England!

OK, nun ging es an die Auswahl der Filter. Aufgrund des Preises entschied ich mich erst einmal für zwei Filter (0.6 GND Hard und 0.6 GND Soft) und natürlich den Filterhalter. Zusätzlich habe ich einen 77mm-Weitwinkeladapter bestellt, da mein größtes Objektiv im Moment 77mm als Filterdurchmesser besitzt. Um das ganze System auch an den 67mm-Objektiven verwenden zu können, habe ich einfach einen günstigen Filteradapter von 77mm auf 67mm genommen.

Bei der Bestellung angelangt, wurde ich mit den Lieferzeiten von LEE vertraut gemacht 🙁 Im schlimmsten Fall 12 Wochen! Na Toll!
Nach 10 Wochen waren sie dann endlich da:

LEE Filtersystem

LEE Filtersystem

LEE Filterhalter 1

LEE Filterhalter 1

LEE Filterhalter 2

LEE Filterhalter 2

Lee GND Hard 0.6

Lee GND Hard 0.6

Lee GND Soft 0.6

Lee GND Soft 0.6

Verarbeitung

Klasse! Alles sauber verpackt. Zum Lieferumfang gehörten auch die Taschen, sodass man die Filter gleich sicher aufbewahren kann. Der Halter ist zwar aus Kunststoff, ist jedoch trotzdem sehr stabil. Mit dem Halter lassen sich mehrere Filter gleichzeitig benutzen. Insgesamt werden 3 Schienen mitgeliefert, von denen 2 bereits montiert sind.
Die Filter sind aus sogenanntem Resin, eine Art Gießharz, das sich durch sehr gute optische Eingenschaften auszeichnet. Leider ist es nicht so kratzfest wie Glas.
Ein riesen Vorteil ist, dass man den Halter sehr schnell von dem Adapterring abnehmen kann. Dass solche Filtersysteme ein bisschen sperrig sind, kann leider auch LEE nicht ändern.

Benutzung

Wie ich diese Filter verwende, habe ich schon in einem anderen Beitrag geschrieben: Verwendung von Grauverlaufsfiltern

Fazit

Ich bin froh, dass ich mir für das LEE-System entschieden habe. Es gibt zwar auch noch andere Stecksysteme wie Hightech (http://www.formatt.co.uk) oder Singh Ray (http://singh-ray.com), aber die habe ich nicht weiter in Betracht gezogen, da ich von den LEEs überzeugt bin.

Eine Sache sollte man aber bei der Verwendung von Filtern allgemein bedenken: Es ist in etwa die Erfindung der neuen Langsamkeit. Dadurch, dass es doch eine gewisse Zeit braucht, um die Filter aufzusetzten und auszurichten, ist man quasi gezwungen bedachter zu fotografieren.

Wenn euch der Beitrag gefällt, würde ich mich freuen, wenn ihr ihn fleißig teilt und in die Welt hinaustragt.
Seit einer Woche habe ich auch eine Facebook-Seite, die es sich lohnt anzusehen: https://www.facebook.com/ChristianKrausPhotography
Dort poste ich regelmäßig Neuigkeiten rund um die Fotografie.

4 Kommentare

  1. Moin,

    kurze Frage, auch wenn dein Beitrag schon etwas älter ist. Bei 77mm Objetiv Gewinde, für welche Filterbereite hast Du dich entschieden, 100mm oder 150mm?

    Gruß aus Hamburg

    Stephan

    • Hallo,

      mein EF-S 10-22mm hat auch ein 77mm Filtergewinde. Ich habe das 100mm Filtersystem und habe keine Probleme mit Randabschattung.

      Viele Grüße,
      Christian Kraus

  2. Danke für diesen ausführlichen Bericht. Ich stehe gerade vor der Frage ob ich meinen Cokin Filter (P) gegen die teureren Lee-Filter austauschen soll. Dein Bericht gibt mir einen guten Überblick darüber.

Trackbacks/Pingbacks

  1. LEE Big Stopper - […] (auch ND- oder Neutraldichtefilter genannt). Warum ich LEE-Filter einsetzte habe ich bereits in diesem Artikel geschrieben. Daher möchte ich…

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